Nachhaltigkeit
Ökologie, Ökonomie, Soziales


Nachhaltigkeit, was heißt das?

Nachhaltigkeit ist in aller Munde und mit Blick auf die fortschreitende Klimaerwärmung aktueller denn je. Aber was bedeutet nachhaltig bauen genau? Warum baut man nachhaltig, wie kann man nachhaltig bauen und warum ist es wichtig, nachhaltig zu bauen?

Zuerst sollten wir den doch recht inflationär genutzten Begriff ein wenig präzisieren: Das Wort “nachhaltig” definiert sich als “sich auf längere Zeit stark auswirkend”. Nachhaltigkeit ist also in die Zukunft gerichtet. Vergessen wir dabei aber nicht, dass die Zukunft schon morgen beginnt.
Häufig wird “nachhaltiges Bauen” synonym für “ökologisches Bauen” gesehen. Dabei ist green building nur eine von den drei Säulen der Nachhaltigkeit:

Nachhaltig bauen bedeutet, über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes (Bau, Nutzung, Rückbau) ökologische, wirtschaftliche und soziale Gesichtspunkte gleichberechtigt zu berücksichtigen, damit nachfolgenden Generationen eine intakte Umwelt mit gleichen Lebenschancen hinterlassen wird.

Ökologische Nachhaltigkeit

Wesentliches Ziel ökologischer Nachhaltigkeit beim Bauen ist es, Ressourcen zu schonen. Sie basiert auf optimiertem Einsatz von Baumaterialien, geringem Flächenverbrauch, dem Erhalt der Biodiversität sowie minimiertem Energie- und Wasserverbrauch.

Im Zentrum stehen dabei Gewinnung von Baumaterialien sowie Herstellung, Transport und Einbau von Baustoffen und -produkten. Deren Umweltwirkungen wie auch der Energieverbrauch während der Nutzung des Gebäudes sind wesentliche Faktoren. Nicht zuletzt spielen auch Aspekte des Rückbaus nach Nutzungsende eine wichtige Rolle.

Ökonomische Nachhaltigkeit

Um ökonomische Nachhaltigkeit zu bewerten, werden neben den Errichtungskosten auch die Baufolgekosten herangezogen. Die sogenannten Lebenszykluskosten umfassen Aufwendungen der Errichtung sowie der nachfolgenden Nutzung. Im Rahmen einer Analyse der Lebenszykluskosten können schon bei der Planung teils erhebliche Einsparmöglichkeiten ermittelt werden. Werterhalt und Rückbaukosten sind ergänzende Faktoren im Rahmen der ökonomischen Nachhaltigkeit.

Soziokulturelle Nachhaltigkeit

Qualität und Gestaltung des unmittelbaren Lebensumfeldes beeinflussen Lebensqualität und Identität. Sich in der gebauten Umwelt wohl und zu Hause zu fühlen ist Kern der soziokulturellen Nachhaltigkeit. Ein Gebäude kann also nur nachhaltig sein, wenn es von seiner Umgebung akzeptiert wird. “Fremdkörper” in der Lebensumgebung können Integrationsfähigkeit und Identitätsempfinden stören. Dabei geht es nicht um architektonische Uniformierung, sondern um die Wahrung der kulturellen Basis, wozu auch der Erhalt schützenswerter Bausubstanz gehören kann.


Ein kurzer Leitfaden für nachhaltiges Bauen und Wohnen

Ein ganzes Gebäudeleben lang

Nachhaltigkeit umfasst den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes. Daraus ergibt sich der individuelle Leitfaden für nachhaltiges Bauen, der sich (in Anlehnung an Lützkendorf, T. 2007) auf folgende Phasen erstreckt:

1. Planungsphase

Mit der Planung wird der Grundstock für ökologische, ökonomische und soziokulturelle Nachhaltigkeit beim  Bauen und Wohnen gelegt. Wo wird gebaut (Flächenverbrauch, Ökosensibilität)?  Wie wird gebaut (Ästhetik, Funktionalität, Flächeneffizienz)? Wie sehen Energiekonzept (Wärmeschutz, Technische Gebäudeausstattung) und Wasserkonzept (Trinkwasser, Abwasser, Niederschlagswasser) aus, wie das Konzept zur Vermeidung von Umwelt- und Gesundheitsrisiken aus Bauprodukten? Akustischer Komfort, Barrierefreiheit? Abfall- und Recyclingkonzept (auch, aber nicht nur in Hinblick auf den Rückbau!)?  Gewährleistung von Wohnbehaglichkeit, Nutzerkomfort und Sicherheit? Nicht zuletzt Aspekte der Wirtschaftlichkeit und Wertstabiliät.

2. Bauphase

Zur Errichtung von Gebäude sind neben logistischen Faktoren (Herkunft von Baumaterial und -leistungen inkl. daraus resultierender Transportaufwendungen) auch Sicherheits- und Qualitätsaspekte in Hinblick auf Bautätigkeiten, Bauausführung und Haustechnik relevante Nachhaltigkeitsfaktoren. Ressourcenschonung, z. B. auch durch Einsatz regenerativer oder recycelter bzw. recyclebarer Baustoffe, Schutz umgebender Ökosysteme (Lärm, Verschmutzung, Beschädigung, Bodenverdichtung/-versiegelung etc.), Wirtschaftlichkeit und nicht zuletzt soziale Elemente, wie minimierte Belästigung der Nachbarschaft, regionale Wertschöpfung etc. vereinen sich auch in dieser Phase gleichrangig.

3. Nutzungsphase

Nachhaltige Nutzung des Gebäudes wird stark von der Planung beeinflusst. Zusätzlich natürlich vom  Nutzerverhalten, welches auch vorausschauende Wartung und Instandhaltung von Bausubstanz und Technik einschließt sowie nicht zuletzt auch die Integration in das unmittelbare soziale Lebensumfeld. So greifen auch in dieser Phase wieder Ökologie, Ökonomie  und Soziokultur ineinander.

4. Modernisierungsphase

Nachhaltigkeitsgerechte Planung und Ausführung bei der Neuerstellung beeinflussen spätere Aus- und Umbaubarkeit. Vorausblickend berücksichtigt können beispielsweise seniorengerechte Umgestaltungen oder auch nachwuchsorientierte Erweiterungen wirtschaftlicher realisiert werden und bedingen somit sowohl soziale wie auch wirtschaftliche Nachhaltigkeit. In Hinblick auf die Ausführung sind Faktoren, wie sie schon in der Bauphase gelten, maßgeblich für die Erfüllung von Nachhaltigkeitsansprüchen.

5. Verlängerte Nutzungsphase

Siehe oben. Je länger ein Gebäude in Nutzung bleibt, umso wirtschaftlicher sind die Investitionen zu sehen und umso nachhaltiger ist das Haus.

6. Rückbauphase

Auch ein späterer Rückbau nach Nutzungsende ist in Hinblick auf Nachhaltigkeit schon bei der ursprünglichen Planung wie im Besonderen bei der Bauausführung vorgezeichnet. Wiederverwendbarkeit durch Sortenreinheit, konstruktive Berücksichtung einfacher und möglichst zerstörungsfreier Demontage sind ein wichtiger Aspekt von Nachhaltigkeit, schadstoffarme Baustoffe eine Voraussetzung möglichst nachhaltiger (Wieder-)Verwertbarkeit.


Brunthaler: Architekt und Hersteller für nachhaltiges Bauen

Kompetenz für Anforderungen und Lösungen

Nachhaltiges Bauen beginnt bei der Projektplanung. Architekten tragen somit in hohem Maße dazu bei, inwieweit Nachhaltigkeitsansprüche über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes erfüllt werden, bzw. von den Nutzern erfüllt werden können.

Berater, Architekten und Planer von Brunthaler sind Spezialisten für nachhaltiges Bauen. Das liegt schon alleine daran, dass ökologische Nachhaltigkeit der Brunthaler BaumHäuser – der Massivholzhäuser in MONOBLOCK-Bauweise – schon beim Baum und nicht erst beim Holz beginnt.

Beim Brunthaler BaumHaus ist der Baum nicht Rohstofflieferant, sondern ein naturbelassenes, reinstoffliches Bauteil aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern der Region. Ein Bauteil, das das konstruktive Konzept der MONOBLOCK-Bauweise praktisch vorgibt. Und der weitestgehende Erhalt von Natürlichkeit setzt sich in der Auswahl und Verarbeitung von weiteren Baustoffen fort.

Darüber hinaus ist nachhaltiges Handeln seit jeher Teil der Unternehmensphilosophie.

Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG)

Überzeugung, Erfahrung und Kompetenz machen Brunthaler zu einem sachkundigen Hersteller nachhaltiger Gebäude. So können Brunthaler BaumHäuser die Kriterien eines QNG-Zertifikats grundsätzlich gut erfüllen, soweit die Baustoffwahl, die Schadstoffvermeidung und die Kreislauffähigkeit herangezogen wird.


Beispiele für nachhaltiges Bauen?

Die Geschichte steckt voller Beispiele

Ökologische, ökonomische und soziokulturelle Nachhaltigkeit: Die besten Beispiele finden sich in der Vergangenheit. Schon vor hunderten von Jahren entstanden zumeist Häuser, die einem Großteil heute postulierter Nachhaltigkeitsaspekte in bester Weise entsprachen:

  • Natürliche Baustoffe, praktisch chemikalienfrei, aus der nahen Umgebung (Holz, Lehm, Fels, Stroh, Wolle …) sowie oft hoher Anteil an “Recyclingmaterial” aus z. B. aufgelassenen Gehöften oder Ruinen der Umgebung.
  • Minimalismus und Funktionalität in Hinblick auf Wohn- und Nutzflächen für mehrere – auch kinderreiche – Generationen.
  • Konstruktiver Substanzschutz und Wärmeschutz, einfache Reparierbarkeit, Langlebigkeit.
  • Schutz und Sicherheit durch Grundstückswahl und konstruktive Maßnahmen (Witterung, Tiere, Versorgungssicherheit für Brenn- und Baustoffe wie auch Nahrungsmittel und Wasser) sowie auch durch stete Naturbeobachtungen (Hochwasser-/Flutvorkommen etc.).
  • Fortlaufende Nachbarschaftshilfe förderte Integration, Identifikation und allgemeine Akzeptanz des Gebäudes und seiner Bewohner.
  • Geringer Demontageaufwand beim Rückbau, natürliche Sortenreinheit, vielfache Wiederverwendbarkeit von Bauelementen und -stoffen.
  • Wärmeerzeugung basierte zum allergrößten Teil auf regenerativen Energieträgern wie Holz, aber teils auch auf der “Nutzung” menschlicher und tierischer Abwärme (viele Menschen, teils auch mit Tieren, in gemeinsamen Räumen) sowie Küchenwärme.
  • Aufgrund des Fehlens synthetischer Materialien war auch die Entsorgung unproblematisch. Abfälle bestanden lange Zeit aus überwiegend organischem Material, welches einem natürlichen Stoffkreislauf zugeführt wurde.

So hatte die meist wirtschaftlich begründete Nachhaltigkeit in hohem Maße auch ökologische und soziokulturelle Nachhaltigkeit im Schlepptau. Mit der zunehmenden Verfügbarkeit immer wieder neuer Materialien und Verfahren wuchsen zwar Möglichkeiten, Wohn- und Lebenskomfort, aber ebenso auch die Belastungen von Mensch und Umwelt.

Das Ideal, wieder (ökologisch) nachhaltig zu bauen, kam mit dem aufkeimenden Naturschutzgedanken in den 1970er-Jahren auf und auch der Schock der Ölkrise brachte Energieeinsparung sowie alternative Energiegewinnung in den Fokus.


Nachhaltige Materialien

Was sind nachhaltige Baustoffe?

Holz, Lehm, Ziegel, Naturstein, Reet, Jute, Stroh sowie Naturlacke und Kreidefarben sind einige nachhaltige Baustoffe. Sie bestehen aus nachwachsenden, gut recycelbaren Rohstoffen und überzeugen durch ihre energiearme Herstellung.

Auch recycelte Kunststoffe können nachhaltig sein. In der Baubranche sind sie allerdings nocht nicht sehr verbreitet. Neben mangelnder Verfügbarkeit sind Produktlebensdauer, Rückbaufähigkeit und viele technische Anforderungen oft noch Hemnisse für deren Verwendbarkeit.

Biobasiert sind Kunststoffe, die aus natürlichen und regenerierbaren Rohstoffen hergestellt werden. Sie sind recyclingfähig bzw. biologisch abbaubar und sie sind biokompatibel, haben also keine gesundheitsschädlichen Auswirkungen auf den menschlichen oder tierischen Organismus. Solche Kunststoffe sind jedoch im Bereich des Hausbaus noch nicht von Bedeutung.

Zwar werden bereits neue Verfahren zur CO2-reduzierten Betonherstellung entwickelt, doch schneidet Beton aus ökologischer Sicht noch nicht besonders gut ab. Vor allem die Herstellung des Zements erfordert sehr viel Energie und verursacht hohe CO2-Emissionen.

Lehm hingegen weist eine ausgezeichnete CO2-Bilanz auf. Lehm ist praktisch einfache Erde mit einem Anteil an Tonmineralien und ist weltweit in nahezu allen Böden verfügbar. Zudem ist er 100 Prozent recycelbar und wiederverwertbar.

Umweltproduktdeklarationen

Mithilfe von Umweltproduktdeklarationen (Environmental Product Declaration, EPD) können Umwelteinflüsse und Nachhaltigkeit von Baustoffen eingeschätzt werden. Die Deklarationen berücksichtigen u. a. CO2-Bilanz und Primärenergieinhalt von Produkten und Baustoffen.

Auch die Ressourceneffizienz findet Berücksichtigung. Postiv zeigt sie sich z. B. bei Nutzung lokal vorrätiger Materialien und rohstoffnahen Produktformen. Aspekte, die in hohem Maße dem MONOBLOCK-Verfahren entsprechen.

Ebenso fließen Kosten für Unterhalt, Wartung und Pflege ein. Im Zusammenhang mit Sanierung und Rückbau wirken sich recyclingfähige und sortenreine Materialien positiv auf die Bewertung aus.

Nachhaltig bauen mit Holz

Holz ist führender Baustoff für nachhaltiges Bauen: regenerativ, wiederverwendbar, biokompatibel, klimaneutral im Hinblick auf seine energetische Verwertbarkeit. Der Anspruch auf ökologische Nachhaltigkeit kann aber auch bei Holz unterschiedlich gewertet werden:

Holz als Baustoff ist umso nachhaltiger, je weniger Energie zur Herstellung entsprechender Bauteile aufgewendet wird und je sortenreiner es ist. Das heißt,

  • dass natürliches Massivholz nachhaltiger ist als Holzwerkstoffe, wie z. B. Leimholz und Spanplatten,
  • dass Holz aus regionalen Wäldern nachhaltiger ist, als von weit her transportiertes,
  • dass Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern als nachhaltiger zu werten ist, als Holz aus reinen Bauholzplantagen.

Energieeffizienz und nachhaltiges Bauen

Energetisch optimierte Konzepte zur haustechnischen Ausstattung gehören zu den wichtigsten Voraussetzungen der Nachhaltigkeit. Sie berücksichtigen neben Energieeffizienz auch Wirtschaftlichkeit und Versorgungsicherheit. Ziele sollten daher sein:

  • Reduzierung des Heizwärmebedarfs
  • Minderung des Kältebedarfs bei der Klimatechnik
  • Verringerung des Stromverbrauchs
  • Sparsamer Umgang mit Wasser

Nicht nur geringer Energieverbrauch beim Betrieb, sondern auch verfahrenstechnische Prozesse sind ausschlaggebend:

  • Welche Energieträger werden eingesetzt?
  • Wie aufwändig, wie komplex ist die Anlage in Hinblick auf Installation, Betrieb und Rückbau?
  • Wie hoch sind Wartungsaufwand, Reparaturfreundlichkeit, Lebensdauer?
  • Wie hygienesicher ist das Verfahren (Warmwasser, Lüftungstechnik etc.)

Ganzheitliche Konzepte

Ausfallsicherheit, Energieeffizienz, Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz sind Aspekte fachkundig geplanter Haustechnik:

  • Wasser-, Abwassertechnik:
    Anlagen und Einrichtungen für Sanitärtechnik mit Wasseraufbereitung und Abwasserbehandlung
  • Wärmeversorgungs-, Brauchwassererwärmungs- und Raumlufttechnische Anlagen:
    Heizung, Warmwasserbereitung, Lüftungs-/Klimaanlagen
  • Elektrotechnik:
    Elektroinstallation, Notstromanlagen,  Beleuchtungsanlagen, Computernetzwerke, Funksysteme zur Gebäudeautomatisierung
  • Nutzungsspezifische Anlagen:
    Z. B. Zentrale Staubsauganlagen, Aufzüge, Lifte
  • Gebäudeleittechnik:
    Automationssysteme, Gebäudeautomatisierung, Leittechnik, Regelungstechnik

Förderungen

Hinweis
Folgende Darstellung von Förderungsmöglichkeiten und -richtlinien ist lediglich eine kurze Zusammenfassung wesentlicher Aspekte zum Stand 25.04.2022, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, Aktualität und Berücksichtigung individueller Rahmenbedingungen. Sie ersetzt keinesfalls eine ausführliche persönliche Beratung.

Förderung von Neubauten nach KfW

Der Bund fördert im Rahmen der BEG seit 1. Juli 2021 nachhaltigen Wohnhaus-Neubau durch eine eigene „NH-Klasse“. Der erforderliche Nachweis für die Förderung erfolgt über die Vergabe des gebäudebezogenen QNG-Siegels (siehe weiter unten).

Die Förderung von Neubauten durch die KfW-Bank Ist seit dem 20.04.2022 nur noch für KfW 40-Häuser möglich, die zusätzlich das QNG-Siegel für nachhaltiges Bauen tragen. Es gilt also die Neubau-Förderung für KfW 40-NH. Alle anderen Fördermodelle (KfW 40-EE, KfW 40+) wurden eingestellt. KfW 40+ soll ab dem 1.1.23 wieder gefördert werden, jedoch mit geänderten Bedingungen.

Darlehenszuschuss

Im neuen Programm werden nicht die Baukosten bezuschusst, sondern die Höhe des aufgenommenen Darlehens. Für Wohngebäude gilt je Wohneinheit: Beim höchstmöglichen Kreditbetrag von 150.000 Euro bietet der Bund einen Tilgungszuschuss von bis zu 12,5 Prozent – das macht 18.750 Euro.  Zum Förderantrag, den nur die finanzierende Bank bei der KfW einreichen kann, sind erforderlich:

  • Eine Vorab-Bestätigung eines Nachhaltigkeitsexperten über die Erreichung der KfW 40-Anforderungen (wie bisher) und zusätzlich
  • eine Bestätigung eines Nachhaltigkeitsexperten, dass eine QNG-Zertifizierung geplant ist.

Der Tilgungszuschuss wird ausbezahlt nachdem das Gebäude fertiggestellt ist und sowohl der Abschlussbericht des Nachhaltigkeitsexperten über die KfW 40-Kriterien als auch das QNG-Zertifikat vorliegen.


Nachhaltiges Bauen: Zertifizierung

Nicht alles, was sich heute nachhaltig nennt, ist es auch in definitionsgemäßem Sinne. Der Nachweis, dass ein Gebäude den Maßgaben zur Nachhaltigkeit entspricht, kann mit Bestätigungen und Zertifikaten geführt werden. Gerade der Zugang zu öffentlichen Fördermitteln hängt davon ab. Beispiele hierzu sind

  • das Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB),
  • das Bewertungssystem Nachhaltiger Kleinwohnhausbau (BNK),
  • seit 2021 das staatliche Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG).

Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG)

Das „Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude“ ist ein staatliches Qualitätssiegel für Gebäude. Voraussetzung für die Vergabe ist ein Nachweis der Erfüllung allgemeiner und besonderer Anforderungen an die ökologische, soziokulturelle und ökonomische Qualität von Gebäuden.

Die Erfüllung der Anforderungen ist durch eine unabhängige Prüfung nach Baufertigstellung anhand der abgeschlossenen Planungs- und Bauprozesse und auf Grundlage der Überprüfung ausgewählter realisierter Qualitäten nachzuweisen.

Das Bundesbauministerium legt die Kriterien und Bedingungen für das Qualitätssiegel fest, welches nach Audit durch unabhängige Stellen vergeben wird. Das Qualitätssiegel wird in den Anforderungsniveaus „PLUS“ oder „PREMIUM“ vergeben. Die Regeln und Bestimmungen zur QNG-Zertifizierung werden vom Bundesbauministerium laufend überarbeitet.

Förderung

Seit dem 20.04.2022 ist die Förderung von BEG-40-Neubauten durch die KfW-Bank nur noch unter Einbeziehung des "Qualitätssiegels Nachhaltiges Gebäude" (QNG) möglich.

Nachhaltigkeitsexperten beraten Antragsteller bei der Vorbereitung und Durchführung des Zertifizierungsverfahrens mit dem Ziel der Zuerkennung des QNG-PLUS- oder QNG-PREMIUM-Siegels. Die Nachhaltigkeitsexperten sind dabei unabhängig von der Zertifizierungsstelle und im Auftrag des Antragstellers tätig.

DEMNÄCHST: Mit dem Brunthaler BaumHaus zum QNG-Siegel

Das Brunthaler BaumHaus erfüllt in Hinblick auf Baustoffwahl, Schadstoffvermeidung und Kreislauffähigkeit die entsprechenden Kriterien für ein QNG-Zertifikat bereits in bester Weise.

Etwa ab erstem Quartal 2023 wird Brunthaler als "Anerkannter Auditor für nachhaltigen Kleinwohnhausbau (BNK)" seinen Bauherren auf dem Weg zum QNG-Siegel für ihr Brunthaler BaumHaus zur Seite stehen.

  • Dazu wird im ersten Schritt eine “Qualitätssicherungsvereinbarung QNG” getroffen, nach der eine ausführliche Beratung über den Nutzen und die voraussichtlichen Kosten des Zertifikats selbst sowie der zu erwartenden baulichen Zusatzkosten erfolgt. Mit der Einigung auf das QNG-Siegel als gemeinsames Ziel beginnt der Planungsprozess mit einem zusätzlichen Pflichtenheft, das die Anforderungen an ein gewöhnliches Wohnhaus deutlich übersteigt.
  • Im zweiten Schritt erfolgt dann ggf. die Ausfertigung einer Bestätigung über die Erreichung der KfW 40-Anforderungen sowie zur geplanten QNG-Zertifizierung für den KfW-Förderantrag.
  • Die letztendliche Zertifizierung der Planung sowie des Gebäudes erfolgt durch akkreditierte Zertifizierungsstellen.

Nachhaltiges Bauen in der Praxis

Ein zusammenfassender Überblick:

  1. Wie wichtig ist Ihnen nachhaltiges Bauen und Wohnen?
    Wägen Sie ab, inwieweit Ihre Ziele dem Nachhaltigkeitsgedanken entsprechen und seien Sie sich bewusst, dass der Investitionsaufwand zunächst höher sein wird, als bei Gebäuden nach klassischen Richtlinien. Im Gegenzug können Sie zum einen von entsprechend gebundenen Fördermitteln profitieren, von langfristig reduzierten Nutzungskosten und hoher Wertstabilität sowie von erhöhter Wohn- und Lebensqualität. Nicht zuletzt mögen auch gesellschaftliche Akzeptanz und die Gewissheit, einen maßgeblichen Beitrag zum Schutz der Umwelt geleistet zu haben Ihre Entscheidung beeinflussen.
  2. Beratung, Beratung, Beratung
    Um allen Anforderungen zur Bewilligung von Fördermitteln gerecht zu werden sind umfangreiche Aspekte zu berücksichtigen. Neben ökologischen und energetischen betrifft dies auch teils weitreichende architektonische Maßgaben wie z. B. Barrierefreiheit, Dachausführungen und vieles mehr. Das Wissen um diese Aspekte, welche auch fortlaufenden Aktualisierungen unterliegen, macht die Hinzuziehung von entsprechenden Experten unumgänglich.
  3. Beginnen Sie am Anfang
    Nachhaltigkeit beginnt bei der Grundstückswahl. Das betrifft Art und Größe ebenso wie die Lage. Unabhängig von baurechtlichen Aspekten sollten Grundstücke in der Nähe ökosensibler Gebiete gemieden und etwa umfangreiche Geländemodellierung kritisch beurteilt werden. Ländliche Alleinlagen mögen romantisch sein, nachhaltig sind sie in der Regel nicht. Minimierter Flächenverbrauch sollte grundsätzlich im Fokus der Auswahl stehen.
    Auch natürliches Gefahrenpotenzial ist schon in Hinblick auf die Grundstückswahl zu bewerten: Hochwasser- bzw. Überflutungsgefahr, Radonbelastungen usw., ebenso etwaige Belastungen durch Lärmimmision, Gerüche etc., denn Nachhaltigkeit hat auch mit Sicherheit, Behaglichkeit und Gesundheitsschutz zu tun.
    Nehmen Sie schließlich auch Umgebung und Nachbarschaft wahr und wägen Sie ab, ob Ihre Vorstellungen zu Gebäudegestaltung und Lebensführung damit in Einklang zu bringen sind.
  4. Planen Sie detailreich und vorausschauend
    Die Planung nachhaltiger Gebäude ist grundsätzlich aufwändiger als die Planung konventioneller Bauten. Auch hier brauchen Sie die Kompetenz von Nachhaltigkeitsexperten, denn neben vielen formalen Kriterien ist Detailwissen und ein hohes Maß an Vorausschau nötig, welche in die Planung einfließen sollte. Ihre Aufgabe als Bauherr ist es auch, die Gebäudeplanung mit Ihrer persönlichen Lebensplanung abstimmbar zu machen: Kinder, Haustiere, altersgerechtes Wohnen, Mehrgenerationenwohnen, Homeofficefunktion, Hobbys u. ä.
  5. Achten Sie bei der Bauausführung auf Partner- und Baustoffwahl
    Wählen Sie Baupartner mit Erfahrung in der Erstellung von nachhaltigen Gebäuden und machen Sie Ihre Ansprüche an die Regionalität von Baustoff-, Bauteil- und Leistungsbezug deutlich. Der Holzbau steht an vorderer Stelle, wenn es um die Baustoffwahl für nachhaltige Gebäude geht und doch ist er nicht per se Synonym für Nachhaltigkeit. Ursprung, Art und Umfang der Be- und Verarbeitung des Holzes sind von Bedeutung und schließlich ebenso Art und Weise der Bauteilfertigung sowie die Harmonisierung mit weiteren Baustoffen, wie etwa Dämmstoffen.
  6. Gesamtheitliche Betrachtung
    Zwar bilden ökologische und energetische Maximen die Grundfeste nachhaltigen Bauens, jedoch wissen Sie nun, dass diese nicht alleine ausschlaggebend dafür sind, ob ein Gebäude nachhaltig ist. Neben Umweltschutz und Wirtschaftlichkeit steht Nachhaltigkeit auch für das eigene Wohlbefinden und persönliche Lebensqualität. Gerade auch bei Innenausbau und Raumausstattung steckt Nachhaltigkeit im Detail, nicht zu vergessen die Ausgestaltung der Außenanlagen, die den Nachhaltigkeitsgedanken ebenso sichtbar und erlebbar machen sollte.

Bücher zum nachhaltigen Bauen

Bücher zum nachhaltigen Bauen gibt es mittlerweile viele und es werden immer mehr. Empfehlenswert sind insbesondere solche, die das Thema Nachhaltigkeit beim Bauen in Zusammenhang mit der grundsätzlichen Philosophie von Nachhaltigkeit behandeln. Denn der Entscheidung zum nachhaltigen Bauen sollte immer das persönliche Bekenntnis auch zum nachhaltigen Wohnen und Leben vorausgehen.

Wer seine Überzeugungen bereits gefunden hat, dem sei das Brunthaler BaumHaus-Buch nahegelegt. Es zeigt viele Aspekte insbesondere der ökologischen Nachhaltigkeit beim Holzhausbau auf. Teils finden sich Vergleiche mit anderen Holzhausbauarten darin, ausführliche Darstellungen zum Massivholzbau mit “natürlich gewachsenen Balken” sowie weitere Entscheidungshilfen rund ums Brunthaler BaumHaus oder den Holzhausbau im Allgemeinen. Hier geht’s zum BaumHaus-Buch


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